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Das Formelle


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Wer Bewerbungsunterlagen studiert, wird normalerweise das Formelle zuerst betrachten: von der Gestaltung über den Stil bis zum Inhalt. Daneben sollte der persönliche Eindruck nicht verdrängt werden.


Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit: Personalselektion heisst nicht, einen Menschen an sich zu beurteilen; es geht lediglich darum, eine offene Stelle optimal zu besetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Grösste Objektivität ist gefragt beim Vergleich, was ein Kandidat uns bietet, mit dem, was wir von einem Kandidaten erwarten.

Fehlbesetzungen lassen sich nicht immer vermeiden. Ein professionelles Vorgehen in der Personalarbeit minimiert das Risiko, Fehler zu begehen. Aber eine perfekte Methode gibt es nicht. Wer Bewerbungsunterlagen prüft, kann sich nach den Kriterien 'Gestaltung', 'Stil' und 'Inhalt' einen ersten Eindruck vom Kandidaten verschaffen.

Gestaltung

  • Wie präsentiert sich die Bewerbung als Ganzes?
  • Stimmen Orthographie und Typographie
  • Ist die Bewerbung sauber, ordentlich und vollständig?
  • Sind alle Aussagen folgerichtig zusammengestellt?

Stil

Sein und Schein: Im Stil offenbart sich die Persönlichkeit. Wie sieht sich jemand selber und wie möchte er gesehen werden? Beispielsweise:
  • Logik im Aufbau. Hier zeigt sich die Fähigkeit zum abstrahieren.
  • Geistige Differenzierung. Sind die verschiedenen Gedanken und Ideen richtig formuliert? Stimmen die Wörter? Zeigt sich eine geistige Lebendigkeit und intellektuelle Redlichkeit oder ist die Bewerbung irgendwo abgeschrieben worden?
  • Bildungsniveau. Ist die Sprache gewählt oder unbeholfen? Neigt der Schreiber zu Prahlerei? Oder gibt er sich bescheiden und realitätsbezogen?

Inhalt

  • Geht der Bewerber auf das Stelleninserat ein?
  • Liefert er alle wichtigen Angaben über sich selber als Berufsmann?
  • Offenbart er die Gründe für den geplanten Stellenwechsel?

Gefühl oder Verstand einsetzen?

Nur nach Gefühl zu entscheiden ist verpönt; gute Entscheide müssen begründet werden; Spontanentscheide sind unbrauchbar; diese Leitsätze bestimmen das Handeln in der Wirtschaft. Zumindest wird das gefordert und behauptet.

Trotzdem sollte beim Prüfen von Bewerbungsunterlagen (und erst recht im Vorstellungsgespräch) auch dem Gefühl Platz eingeräumt werden. Es ist wertvoll, sich ganz bewusst zu fragen:

  • Gefallen mir die Unterlagen? Finde ich sie schön, sprechen sie mich an? Was ist ganz gefühlsmässig mein Eindruck?
  • Gefällt mir der Bewerber oder die Bewerberin? Freue ich mich auf das Vorstellungsgespräch?
  • Wenn ich jetzt entscheide - Einladung zum Gespräch oder Absage - habe ich ein gutes Gefühl dabei? Bin ich sicher, richtig gehandelt zu haben?

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